Die Unternehmensnachfolge im Mittelstand kippt gerade von einem Käufer- in einen Verkäufermarkt: Erstmals fehlen nicht Unternehmen, sondern Nachfolger. Bis Ende 2029 suchen nach dem Nachfolgemonitoring der KfW rund 109.000 mittelständische Unternehmen pro Jahr eine Nachfolge, während etwa 114.000 Inhaber jährlich stattdessen die Stilllegung erwägen. Ein historischer Bestand profitabler Betriebe kommt auf den Markt, viele ohne eine Hand, die ihn weiterführt.
Drei Kurven, ein Ereignis
Die Nachfolgelücke ist nur eine von drei Kurven, die sich in diesem Jahrzehnt treffen. Dazu kommen ein digitaler Rückstand, denn nur rund ein Fünftel der Mittelständler setzt KI überhaupt ein, und ein Rekordberg fremden Kapitals, das die entstehende Lücke füllen will. Getrennt gelesen ist jede eine Sorge. Zusammen sind sie ein einziges Ereignis, dessen Ausgang jetzt entschieden wird.
Warum Stilllegung selten die beste Antwort ist
Ein profitabler Betrieb ohne Nachfolger ist kein Auslaufmodell, sondern eine Reserve. Gerade der digitale Rückstand, der wie eine Schwäche aussieht, ist für den, der ihn heben kann, der größte Hebel: Prozesse lassen sich von Grund auf mit KI neu bauen, bevor der Betrieb übergeben wird. So entscheidet sich, ob der Mittelstand als eigentümergeführtes Ökosystem oder als fremdes Portfolio aus dem Jahrzehnt kommt.
Beleg
Rund 109.000 jährlich angestrebte Nachfolgen und rund 114.000 erwogene Stilllegungen bis Ende 2029 nach KfW Research, Nachfolgemonitoring Mittelstand 2025. Die wachsende Nachfolgelücke bestätigt der DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025. Zum KI-Rückstand: KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 533.
Weiterführend
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